Die Wahrscheinlichkeiten hinter dem Münzknobeln

Vollständig ausgerechnete Verteilungen für ein bis sechs unbekannte Fäuste

Beim Münzknobeln muss man nie die Gesamtsumme raten – nur den Teil, den man nicht kennt. Die eigenen Münzen sind bekannt, also bleibt die Summe der anderen Fäuste als einzige Unbekannte. Diese Seite rechnet aus, wie diese Summe verteilt ist, und macht daraus eine Tipp-Empfehlung, die man sich am Tisch tatsächlich merken kann.

Das Modell

Angenommen, jede Person lädt völlig unvorhersehbar, also jede der vier Möglichkeiten (0, 1, 2, 3 Münzen) gleich häufig. Dann ist jede einzelne Faust eine Gleichverteilung auf {0, 1, 2, 3}, und die Summe mehrerer Fäuste ergibt sich als deren Faltung. Für k unbekannte Fäuste gibt es 4k gleich wahrscheinliche Ladungen; man zählt einfach, wie viele davon auf jede Summe entfallen.

Der Erwartungswert einer Faust ist (0 + 1 + 2 + 3) / 4 = 1,5 Münzen. Bei k unbekannten Fäusten liegt der Schwerpunkt also bei 1,5 · k, und die wahrscheinlichsten Summen sind die ein oder zwei Zahlen um diesen Wert herum. Ist 1,5 · k keine ganze Zahl, teilen sich zwei Summen die Spitzenposition.

Wichtig: Die Gleichverteilung ist eine Annahme, kein Naturgesetz. Reale Mitspieler laden nicht zufällig – sie greifen zu 1 und 2 häufiger als zu 0 und 3. Genau dieser Unterschied ist der Ansatzpunkt für die Strategie. Die Tabellen hier beschreiben das Referenzverhalten, gegen das man die Abweichungen misst.

Eine unbekannte Faust (Duell)

Im Endspiel zu zweit kennen Sie Ihre eigenen Münzen und müssen nur die des Gegenübers treffen. Vier Möglichkeiten, alle gleich wahrscheinlich:

4 mögliche Ladungen. Jede Summe: 25 %.
SummeFälleAnteil
0125,00 %
1125,00 %
2125,00 %
3125,00 %

Deshalb zieht sich das Duell: Pro Runde entscheidet es sich nur in etwa der Hälfte der Fälle – jeder der beiden trifft mit 25 %, und beide zusammen kommen selten aus der Sache heraus, ohne dass eine weitere Runde nötig wird.

Zwei unbekannte Fäuste (3 Spieler)

16 mögliche Ladungen. Schwerpunkt bei 3.
SummeFälleAnteil
016,25 %
1212,50 %
2318,75 %
3425,00 %
4318,75 %
5212,50 %
616,25 %

Drei unbekannte Fäuste (4 Spieler)

64 mögliche Ladungen. Zwei gleichwertige Spitzen bei 4 und 5.
SummeFälleAnteil
011,56 %
134,69 %
269,38 %
31015,63 %
41218,75 %
51218,75 %
61015,63 %
769,38 %
834,69 %
911,56 %

Vier unbekannte Fäuste (5 Spieler)

256 mögliche Ladungen. Spitze bei 6.
SummeFälleAnteil
010,39 %
141,56 %
2103,91 %
3207,81 %
43112,11 %
54015,63 %
64417,19 %
74015,63 %
83112,11 %
9207,81 %
10103,91 %
1141,56 %
1210,39 %

Fünf unbekannte Fäuste (6 Spieler)

1024 mögliche Ladungen. Zwei Spitzen bei 7 und 8.
SummeFälleAnteil
010,10 %
150,49 %
2151,46 %
3353,42 %
4656,35 %
51019,86 %
613513,18 %
715515,14 %
815515,14 %
913513,18 %
101019,86 %
11656,35 %
12353,42 %
13151,46 %
1450,49 %
1510,10 %

Sechs unbekannte Fäuste (7 Spieler)

4096 mögliche Ladungen. Spitze bei 9.
SummeFälleAnteil
0–2280,68 %
3561,37 %
41202,93 %
52165,27 %
63368,20 %
745611,13 %
854613,33 %
958014,16 %
1054613,33 %
1145611,13 %
123368,20 %
132165,27 %
141202,93 %
15561,37 %
16–18280,68 %

Die beste Trefferchance, die es gibt

Fasst man die Spitzen der Tabellen zusammen, ergibt sich die Obergrenze für einen einzelnen Tipp – erreichbar nur, wenn man tatsächlich die wahrscheinlichste Zahl wählen darf und sie noch nicht vergeben ist:

Beste Einzeltipp-Chance je Spielerzahl, eigene Münzen bereits eingerechnet.
Spieler am TischUnbekannte FäusteBeste Chance
2125,00 %
3225,00 %
4318,75 %
5417,19 %
6515,14 %
7614,16 %

Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Die Chance sinkt mit jeder zusätzlichen Person, aber erstaunlich langsam – zwischen vier und sieben Spielern verliert man nur rund viereinhalb Prozentpunkte. Zweitens: Selbst optimal gespielt trifft man in großen Runden nur in etwa jedem siebten Versuch. Münzknobeln ist deshalb kein Spiel, das man gewinnt, sondern eines, in dem man das Verlieren aufschiebt – und über viele Abende hinweg summiert sich genau das.

Was das für den eigenen Tipp bedeutet

Theorie am Tisch ausprobieren